Mitmenschen – Mit Menschen reden statt über sie

Wie vermutlich viele andere Menschen wurde ich auf Raúl Aguayo-Krauthausen das erste mal in einem Werbespot für einen Browser aufmerksam, in dem er seinerseits für sein Projekt wheelmap.org warb. Ich finde die Idee großartig und bewerbe sie seit dem in Fortbildungen für Personen, die im Rahmen des Hamburger Kulturschlüssels von Behinderung betroffene Menschen begleiten möchten. Stichwort: „Miteinander Füreinander“ oder in Neudeutsch „It’s a win win situation“. Diesen sehenswerten TEDx-Talk zum Projekt band ich außerdem in meine Präsentation zum Osteogenesis Imperfecta Referat ein, wo es die soziale Spitze, der Bio-Psycho-Sozialen Einheit des Menschen nach Feuser (PDF 4.), und das Referat krönte. Hier zeigt sich auch bereits die Krux. Obwohl Krauthausen ein eloquenter Redner ist, sympathisch, unverkrampft und (selbst)ironisch im Auftritt, wurde ihm meine Aufmerksamkeit zunächst im Kontext einer biologischen Schädigung (im Feuserschen Sinne) zuteil. Nun kenne ich Hr. Krauthausen nicht persönlich, so dass ich nur von ihm, über ihn erzählen konnte. Noch ein Problem. Wünschenswert erscheint mir, dass der Mitbegründer von sozialhelden.de in erster Linie ausschlieslich aufgrund seines inspirirenden Wirkens Aufmerksamkeit erhält.

Jemand der das Dilemma der persönlichen Ukenntnis nicht mit mir teilt ist Johnny Heausler, der in seiner Spreeblicksendung auf FluxFM MIT Hr. Krauthausen sprach statt ÜBER ihn. Hier der Mitschnitt der Sendung:

Dort ist nämlich unter anderem das Über von Behinderung betroffene Menschen Reden Thema. Da weder Paralympics noch Gleichstellungsparagrafen von sich aus dazu führen, dass die mediale Darstellung von Behinderung Betroffener über das Sprichwort „Das Gegenteil von gut gemacht ist gut gemeint“ hinauskommt, wird das Sozialheldenprojekt Leidmedien.de vorgestellt. Wenn schon über Betroffene reden dann wenigsten respektierlich und ohne Mitleid könnte hier als Zusammenfassung herhalten. Auch spricht Hr. Krauthausen über seine Entscheidung sich weiter in sozialen Projekten zu engagieren (und damit mein Eingangsproblem zu zementieren ;)) und ob er sich in der Anonymität des Netzes sich als nicht behindert erlebt. In jeglicher Hinsicht ein hörenswerter Radiobeitrag für Menschen mit Interesse an den skizzierten Themen, dem Bedürfnis/der Notwendigkeit Berührungsängste abzubauen und/oder Empathie zu entwickeln und all jene, die Einfach Radiosendungen mit interessanten Gesprächspartnern, Musik und Humor schätzen. Apropos Musik und Empathieausbildung, hier noch ein Song über Alltagsprobleme von RollstuhlfahrerInnen von Graf Fidi, der nicht nur einen Song für die Sozialhelden gemacht hat und damit in der Sendung gefeatured wurde, sondern, meiner ganz subjektiven Ansicht nach, Aufmerksamkeit für seine Musik verdient.

Über Kommentare, ob ich dem obigen Sprichwort selbst zum Opfer gafallen bin, inhaltliche Ergänzungen und konstruktive Kritik freue ich mich.

~ von evolusin - 2012.Oktober 4.

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