Iran – Stellt Euch vor es ist Aufstand und niemand erfährt es

Nachdem im Juni 2009 Mahmud Ahmadinedschad (per Wahlbetrug) erneut zum iranischen Staatsoberhaupt „gewählt“ wurde, war es zu den größten Protesten im Iran seit Jahrzehnten gekommen. Nicht nur waren die Proteste an sich bemerkenswert, sondern auch der Umstand, dass die Opposition sich des Internets bediente um sich zu organisieren. Wie ich hier damals schrieb, waren Bilder aus dem Iran nur über Blogs zu bekommen, da das Regieme die Pressefreiheit massiv einschränkte (um nicht zu sagen abschaffte).

Ein halbes Jahr später.

Nachdem es von außen so wirkte, als wäre es dem Regime gelungen mit Gewalt die Proteste niederzuschlagen finden seit Tagen auf den Straßen Teherans immer heftiger werdende Auseinandersetzungen statt. Der Blog, der vor einem halben Jahr Fotos brachte, die nach und nach in den Mainstreammedien auftauchten existiert nicht mehr. Ob er ebenfalls den intensivierten Zensurmaßnahmen nach dem Tod des oppositionellem Ayatollah Montazeri zum Opfer gefallen ist, kann ich von hier natürlich nicht beurteilen. Dafür sind die Videos, die sich auf diesem Blog finden um so beunruhigender (und auch sonst bringt das Stöbern dort höchstens ein flaues Gefühl im Magen). Das es alleine heute mehrere Tote gab ist unstrittig. Lediglich die Anzahl und Identität unterliegen Spekulationen. Al Jazeera berichtet, dass möglicherweise das prominenteste Opfer, der Neffe des Oppositionsführers Mousavi sei.

Weit entfernt vom Iran, mit westlich-weihnachtlich gefülltem Bauch kann ich diese Entwicklung dort nur mit Bestürzung wahrnehmen und mir denken, dass so manches, was ich hier in Deutschland als unhaltbar empfinde, vielleicht doch nur ein Luxusproblem ist. Was ich tun kann ist, auf das Banner von Reporter ohne Grenzen, rechts hinzuweisen, die versuchen den Bloggern im Iran zu helfen.

Ein Grund auf das Banner zu klicken könnte dieses Interview mit dem iranischen Fotografen, Ali Zare, von Reporter ohne Grenzen sein.

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Update:

Heute, am 11. Februar 2010, ist er 31. Jahrestag der Revolution im Iran. Wie Reporter ohne Grenzen berichtet, wurden die repressiven Maßnahmen gegen Journalisten und Blogger im Vorfeld weiter intensiviert. Natürlich ist Deutschland nicht der Iran, aber es ist ein gutes Beispiel, weshalb man sich auch hier gegen die Errichtung Ausweitung einer Überwachungsstruktur einsetzen sollte. So weit wie wir uns das Wünschen ist der Abstand zwischen Teheran und Berlin nämlich auch wieder nicht.

~ von evolusin - 2009.Dezember 27.

Eine Antwort to “Iran – Stellt Euch vor es ist Aufstand und niemand erfährt es”

  1. Pretty good idea. Recognized your posts on Twitter. Thanks for coverage.

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