Hamburg brennt weiter – das Präsidium sitzt auf glühenden Kohlen

Bis zum heutigen Tag verhielt sich die gegenwärtige Leitung der Universität Hamburg zurückhaltend im Bezug auf die Besetzung des Audimax. Mit diesem Schreiben, welches parallel über die kafkaeske Verwaltungssoftware STINE an alle Studierenden geschickt wurde, scheint diese Zurückhaltung langsam zu weichen.

Zunächst ist die dort betriebene Spaltung der Studierendenschaft abzulehnen. Die BesetzerInnen setzen sich für freie Bildung für alle ein, auch für die Studierenden, die in Folge stereotyper Vorbehalte sich nicht mit den Forderungen auseinandergesetzt haben. Den Eindruck zu erzeugen, dass die Besetzung des Audimax die Uni finanziell stark belaste ist im Verhältnis zur jahre-/jahrzehntelangen Unterfinanzierung, die einer der Grüne der Besetzung sind, bestenfalls bemüht zu nennen. Der Verweis auf Studierende, die sich über den Ausfall von Lehrveranstaltungen(PDF) beschweren, ist einer Anbiederung an den StuPa-Wahlkampf der WiWi-Liste gleichzusetzen. Und auch Bewegungswissenschaftler dürfen mal überlegen, welche Uni im Rahmen der Exzellenzinititative mit Sport-/Bewegungswissenschaft gewonnen hat?

Ebenfalls ist die Kriminalisierung der BesetzerInnen zu verurteilen. Gegenwärtig ist das Audimax durch die Besetzung zu einem öffentlichem Raum geworden, in dem jeder sich, frei von Zugangszahlungen und Verwertungsinteressen, mit Inhalten beschäftigen kann. Durch die Öffentlichkeit des Raumes ist aber eine Schuldzuweisung etwaiger Schäden (die gegenwärtig nicht bestehen) an einzelne unzulässig. Gegenwärtig wird der Tatbestand des Hausfriedensbruchs ebenfalls nicht erfüllt. Erst bei einer Räumung gegen Widerstand würde Hausfriedensbruch bestehen und erst die Schäden, die im Rahmen einer solchen Räumung entstünden, wären den BesetzerInnen zuzuschreiben.

Fakt ist, dass die Leitung der Universität mit der Wahl Dieter Lenzens ein Armutszeugnis in Sachen Demokratie abgelegt hat, während die täglichen Plenar im Audimax basisdemokratisch verlaufen. Weiterhin ist es Fakt, dass die anhaltende Ausrichtung der Uni nach neoliberalen Maßstäben (PDF) durch Unileitung und Wissenschaftsbehörde den Boden für zukünftige soziale Benachteiligungen in der Gesellschaft bereitet, während Solidarität, Sexismus- & Rassismusdebatten und Volksküche im Audimax einen Gegenentwurf praktizieren, der keine Verlierer hervorbringt.

Beim Bildungsstreik geht es um ein verantwortungsbewusstes Wirken in die Zukunft unser Gesellschaft. Bei der Exellenzinitiative um die Priviligierung Weniger auf Kosten anderer.

Denk mal drüber nach😉

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~ von evolusin - 2009.November 30.

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