Die Schüler von morgen – schon heute!!!

Fast zeitgleich erhielt ich neulich zwei Tweets, die sich mit Kindern und web 2.0 beschäftigten. Via @autopoiet ereilte mich:

Computer? Ganz normal!“ Kurzer #DLF-Bericht über eine Grundschule in Hessen; Blogger ab dem zweiten Schuljahr… http://j.mp/ZxI1x

und nur eine Minute später via @lernenzweinull:

„Interview mit einem „Digital Native“ http://ow.ly/zcfD“

Ich war sofort Feuer und Flamme. Sollten die Kinder Marc Prenskys, die Digital Natives, tatsächlich bereits Interviews geben? Während ich Überbleibsel des Mesozoikums mir das Bloggen schrittweise noch auf meine alten Tage angeeignet habe bloggen jetzt schon die Zweitklässler?

Während sich die 14 jährige Digital Native Sophie im Interview bei Telemedicus über Social Networks, Foren und das web 2.0 im Allgemeinen und Speziellen auslässt, wissen die Erstklässler aus dem hessischen Usingen zwar noch nicht, was das Internet ist, sehr wohl aber, wie sich sich im Medienraum der Schule an einem der 22 Rechner einloggen und wo sie welches Programm machen können, weiß DLF PISAplus zu berichten. Nachdem die Lehrerin an der Buchfinken-Grundschule eine einjährige medienpädagogische Weiterbildung absolviert hatte um anschließend in einem Projekt die Vorschüler von Viertklässlern an das Lesen über den Computer heranführen zu lassen, meint Sophie, dass zwar zwei Rechner in der Klasse stünden, aber weder vom Lehrer didaktische Hinweise auf Recherche im Netz gekommen seien, noch das ihre Eltern sich mit ihr sonderlich über ihre Surfgewohnheiten unterhielten. Lediglich dass sie keine wichtigen Daten von sich preisgeben solle, mahnten sie hin und wieder an.

Ihren Blog hat Sophie mittlerweile wieder still gelegt, da sie das Interesse daran verloren hätte und lieber bei SchülerVZ unterwegs sei. An der Buchfinken-Grundschule sieht das da ganz anders aus. Noch schreibt die Lehrerin den Blog der Froschklasse alleine, da ihre Schüler noch nicht so lange Texte in einer lesbaren Form produzieren können. Doch ab der zweiten Klasse seien ihre Zöglinge dann voll mit dabei. Schließlich habe sie unmittelbar miterlebt, dass Vor- und Grundschüler am besten lernen, wenn sie ihr kreatives Potential entwickeln könnten:

„Eben das Bearbeiten von Bildern, das Selbst-Erstellen von Bilderbüchern, das Drehen von Filmen, oder das Film-Gestalten mit ‚Paint‘ das sind die ganz neuen Sachen.“ (Quelle)

Sophie schaut derzeit lieber Filme auf Streamingseiten oder bei Youtube. Bei letzterem hört sie sich auch Musik an. Was ihr gefällt lädt sie runter und konvertiert es zu mp3-Dateien. Für sie ist es normal. Zwar geht sie davon aus, dass es wohl nicht legal sei, aber darüber denke sie nicht weiter nach. Und plötzlich muss ich wieder an die Worte von Larry Lessig denken.

„We can´t make them passive again – we just can make the, pirates!“

Also kann ich allen jetzigen und zukünftigen Lehrern nur die Worte Marc Prenskys mit auf den Weg geben:

„So unless we want to just forget about educating Digital Natives until they grow up and do it themselves, we had better confront this issue. And in so doing we need to reconsider both our methodology and our content. (Quelle)

Digital Natives @ work(Foto: Gerard Bierens)

~ von evolusin - 2009.November 9.

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