Petition: Bildungswesen – Verdreifachung der Bildungsausgaben

Unter diesem Link kann eine Online-Petition des deutschen Bundestages gezeichnet werden, die eine Anhebung des Bildungsetats fordert.

Text der Petition

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, die Bildungsausgaben in Deutschland innerhalb der nächsten Legislaturperiode zu verdreifachen und so künftig 15 % des Bruttoinlandsprodukts (statt 4,8 % im Jahre 2006) in die Bildung zu investieren. Der Deutsche Bundestag möge dazu gemeinsam mit den Bundesländern die finanziellen Grundlagen schaffen, indem der Bildung in der Haushaltsplanung höchste Priorität zugewiesen wird.

Begründung

Dass die Zukunft unseres Landes und der persönliche Lebensweg jedes einzelnen Bürgers vom Bildungsniveau abhängt, ist in Deutschland fast schon zu einem Allgemeinplatz geworden. Die OECD-Studie »Bildung auf einen Blick 2009« hat die wirtschaftlich positiven Auswirkungen einer höheren Qualifizierung auf den Lebensweg des Einzelnen und die Entwicklung der Gesellschaft gerade erst wieder hervorgehoben. Unstrittig ist auch, dass wir in Deutschland unseren Lebensstandard nur halten können, wenn wir auch zukünftig zu den technologisch innovativsten Nationen gehören. Und schließlich sind auch die Herausforderungen der Zukunft, wie zum Beispiel der Klimawandel, nur durch technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Innovationen – letztlich also nur durch ein höheres Bildungsniveau – zu bewältigen.

Obwohl über diese Punkte in Deutschland ein breiter Konsens herrscht, gab unser Land 2006 nur 4,8 % des Bruttoinlandsproduktes für die Bildung aus. Wir liegen damit im internationalen Vergleich ganz weit hinten. Von den industrialisierten Ländern geben nur noch Irland, Spanien, die Slowakische Republik und die Türkei weniger für die Bildung aus.

Die Reformen der letzten Jahrzehnte waren gekennzeichnet durch ideologische Richtungskämpfe, durch einen falsch verstandenen Föderalismus sowie durchgehend eine Politik der knappen Kassen. Insbesondere die Reformen der letzten Jahre (G8, Bologna) wurden mit dem Ziel verfolgt, Geld im Bildungssektor durch eine Verkürzung der Schulzeit und des Studiums einzusparen.

Die Geldnot im Bildungssektor wird mittlerweile als naturgegeben hingenommen und nicht als bewusste, politisch gewollte Ressourcenverknappung. Diese künstliche Verknappung von Ressourcen macht jedoch die Diskussion über Bildungspolitik wenig fruchtbar, da sie ideologische Gegensätze verschärft und die Bildung zu einem Objekt von Verteilungskämpfen macht. Das Ergebnis ist, dass die Akteure im Bildungswesen – Schüler, Eltern, Lehrer sowie die jeweiligen Schulformen – gegeneinander ausgespielt werden. Die Reformdiskussion ist daher längst zu einem finanziellen Verteilungskampf einzelner Interessensgruppen verkommen. Die letzten Jahrzehnte haben gezeigt, dass wir so unsere Zukunftschancen verspielen.

Es ist also Zeit grundsätzlich umzudenken, mit den ideologischen Graben- und finanziellen Verteilungskämpfen aufzuhören und spürbar mehr Geld in den Bildungssektor umzuschichten. Die Gleichung ist einfach: mehr Geld bedeutet mehr Lehrer, mehr Betreuung, mehr individuelle Unterstützung, bessere Schulen und damit – über alle Schulformen hinweg – eine insgesamt bessere Ausbildung. Es ist daher an der Zeit, umzusteuern und die Bildungsetats spürbar zu erhöhen.

(Quelle: Deutscher Bundestag)

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~ von evolusin - 2009.Oktober 11.

Eine Antwort to “Petition: Bildungswesen – Verdreifachung der Bildungsausgaben”

  1. […] wurde versucht per Onlinepetition dafür zu sorgen, dass der Bildungsetat verdreifacht wird, allerdings darf bei einer Schwarz-Gelben-Regierung mit einer Bildungsministerin Schavan […]

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