Taz Podiumsdiskussion – Impressionen

Taz Podiumsdiskussion

(links nach rechts: Ralf Bollmann, Hans-Martin Gutmann, Jan Feddersen, Eva Gümbel, Kaija Kutter)

Mit ca. 25 Besuchern war die Veranstaltung leider recht mager besucht. Durchs zunächst offene Fenster dröhnte Laute Walzermusik und verlieh der Diskussion gleichzeitig eine Art Erhabenheit und ein kommunikatives Handycap. Mit Schließung des Fensters war das aber auch schon fast die letzte Schwierigkeit die sich stellte. Die angekündigte Direktorin des Landesfunkhauses Hamburg und stellvertretende Vorsitzende des Hochschulrats, Maria von Welser, hatte kurzfristig abgesagt.

Die statt dessen anwesende Eva Gümbel, Hochschulpolitische Sprecherin der GAL, hatte ganz sicher nicht eine so konträre Position zu Prof. Gutmann, wie von Welser es als Repräsentantin der Hochschulpolitischen Antidemokratie es vermutlich geboten hätte. Dennoch musste sich Gümbel mit einigen Fragen zur Hochschulpolitik der Schwarz-Grünen-Koalition konfrontieren lassen. Ihrer Meinung nach sei das Kernproblem die Unterfinanzierung der Universitäten.  Auf den Vorwurf die GAL habe sich beim Thema Bildung von der CDU über den Tisch ziehen lassen, war Gümbel allerdings der Ansicht, dass grüne Politik durchgesetzt worden sei. Ansonsten achtete sie darauf dem Koalitionspartner nicht auf die Füße zu treten, sah die Schulreform als ersten Schritt auf den aber die Evaluation des Hochschulgesetzes als zweiter folgen müsse.

Der Vielschritt des Föderalismus schien das Hauptthema des taz-Politikredakteurs, Ralf Bollmann, zu sein. Neben diversen Berlin (seine damalige Studienstätte) Hamburg Vergleichen, fand er in verschiedenen Rankings Argumente, weshalb es im Stadtstaat an der Elbe an Vorzeigeprofessoren mangele. Damit (und der Mutmaßung das das Kommunikationsdefizit von Auweter-Kurtz auch in deren Weiblichkeit begründet sei) schuf er allerdings immer wieder Diskussionanlässe.

Besonders die Schmählerung des hamburger Lehrstuhls veranlasste Prof. Hans-Martin Gutmann immer wieder dazu eine Lanze für seine KollegInnen zu brechen. Der von seiner Fakultät zum Dekan gewählte, in dieser Funktion aber vom alten wie aktuellem Präsidium, blockierte Theologe forderte seinerseits eine Reform der Reform und mehr Partizipation der Basis an universitären Entscheidungsprozessen.

In diesen Ansichten fand er in Kaija Kutter, taz-Nord-Bildungsredakteurin, eine klare Sympathisantin. Kutter erwies sich außerdem als Kennerin des Themas und brachte ihren Kollegen Bollmann, vor allem aber Fr. Gümbel mit fundierten Fragen öfters in Zugzwang.

Hauptfragensteller und Moderator Jan Feddersen, ebenfalls von der Taz, führte mit Beharrlichkeit, wo sie nötig war, und dem Bemühen um gerechte Redeanteile durch den abend.

Unterm Strich blieb die große Diskussion aus, da alle Diskussionsteilnehmer mit ihren Zielvorstellungen zu dicht beieinander liegen und sich höchstens in Nuancen und/oder Prioritäten unterscheiden.

Kleine Randnotiz: Während sich eine Vertreterin der Fachschaftsräte Konferenz, eine Vertreterin des akademischen Mittelbaus, ein Student der Leuphana Lüneburg (mit unschönen Zukunftsprognosen für Hamburg/Erfahrungsberichten aus Lüneburg) und ein Student der Erziehungswissenschaft über die Möglichkeit freuten, Publikumsfragen zu stellen, hielt sich der Vorsitzende des AstA, Severin Pabsch, zurück. Während er bei den Protesten angesichts der (inzwischen Finalen) Pressekonferenz von Auweter-Kurtz noch ins Bild drängte, um zu betonen, dass er der gewählte Vertreter der Studierendenschaft sei, hatte der Juso, der „sich […] sehr für die politische Bildung der Studierenden [und] um das Verständnis für Hochschulpolitik“ engagiert, heute nichts zum Thema beizutragen.

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~ von evolusin - 2009.September 11.

Eine Antwort to “Taz Podiumsdiskussion – Impressionen”

  1. Und das schrieb Kaja Kutter nach der Podiumsdiskussion:
    http://bit.ly/3Ki0OP
    http://bit.ly/2ki5o6

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