„Schule und Computer sind sich fremd“

Es gibt Indizien, dass Laptops für alle nicht gewollt sind, weil es ein paar starre bildungspolitische Haltungen infrage stellen würde.“ (Quelle: taz.de)

Diese Aussage von Olaf Kleinschmidt in einem Interview auf taz.de liest sich wie eine konsequente Fortführung meines gestrigen Artikels. Allerdings geht es in dem Interview konkret um die Etablierung von Web 2.0 gestütztem Unterricht. Dabei zeigt Kleinschmidt, sowohl wie es sein kann

Nehmen Sie eine mathematische Problemstellung. Ich kann sie am interaktiven White Board […] mit Stift statt Kreide für alle Schüler sichtbar aufschreiben. Zugleich stelle ich sie aber mit einem Mausklick elektronisch in den Chatraum, in dem die Schüler von ihren Netbooks aus arbeiten. Der eine knobelt alleine an seiner Lösung, der andere kooperiert real mit seinem Nachbarn – oder virtuell mit einem Freund, der ein Mathe-As ist und in Russland sitzt. Alle physischen Begrenzungen fallen weg – sei es die Wand des Klassenzimmers. Der Lernraum wird unendlich und er verwandelt sich auch von der Methode her grundlegend. Es geht um die idealste Kooperation für die beste Problemlösung – das ist die durch Web2.0 möglich gemachte neue Form der Wissensproduktion: Alle an alle, Schwarmintelligenz ist überall.“ (Quelle: s.o.)

als auch, was die gegenwärtige Sichtweise auf das Thema ist:

Wir sprechen immer immer „>noch von sogenannten neuen Medien – obwohl digitale Geräte schon dreißig Jahre auf dem Markt sind. Es gibt immer noch viele Lehrer, die sich weigern, für den Unterricht einen Computer einzuschalten, geschweige denn ihn sachgerecht einzusetzen.“ (Quelle: s.o.)

Erfahrungsgemäß ist es schwer bis unmöglich, Lehrkräfte, die seit Jahrzehnten sozusagen „ihren Stiefel runterfahren“, dazu zu bringen etwas neues zu probieren. Um so wichtiger ist es jetzt [besser wäre schon seit Jahren] in der Lehrerbildung dafür zu sorgen, dass künftige Lehrergenerationen ein anderes Selbstverständnis von Web 2.0 [oder 3.0] affinem Unterricht haben. Das Multimediastudio der Uni-Hamburg zum Beispiel verfügt über ein hervorragendes Angebot. Und auch die Seminare kann ich nur wärmstens empfehlen. Einziger Wehrmutstropfen ist, dass die Angebote viel zu wenig genutzt werden, da in einem Bachelorstudium kein Zeit für „freiwillige Bildung“ ist. Verpflichtende Module in dem Bereich sucht man hingegen vergeblich. Und so reduzieren sich die Nutzer dieses Angebots wieder auf „those who know“ und es bleibt zu befürchten, dass auch in absehbarer Zukunft eine Power-Point-Präsentation das „visionärste“ bleiben wird, was die meisten Lehrer ihren Schülern präsentieren, während diese mit iPhone & Co. in und von einer Welt lernen, die sich zum Lehrkörper verhält, wie „Odysse 2001“ zu „Conan der Barbar“.

Share

~ von evolusin - 2009.September 9.

Eine Antwort to “„Schule und Computer sind sich fremd“”

  1. Man kann es nicht oft genug sagen…

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: