Digital Native

Soundboy

Vor kurzem Berichtete mir eine Bekannte, dass sie mit ihrem Sohn immer Ernie und Bert auf YouTube sähe; sozusagen die „Essenz“ der Sesamstraße, wie sie meinte.

Dieser Sohn, gegenwärtig vier Jahre alt, kann wohl mit bestem Gewissen als Digital Native im Sinne von Marc Prensky bezeichnet werden. Prensky skizziert die Digital Natives wie folgt:

„They have spent their entire lives surrounded by and using computers, videogames, digital music players, video cams, cell phones, and all the other toys and tools of the digital age.“ (Quelle)

Der Sohn meiner Bekannten sammelt seine ersten Medienerfahrungen, indem er es als selbstverständlich nimmt, sich die Inhalte nach Interesse aus dem Internet zusammen zu suchen. Meine Bekannte berichtete weiter, dass ihr Sohn, sobald sie ihren Laptop aufklappt, fragt, ob er jetzt Peter Fox hören könne. Nicht nur, dass ich den Musikgeschmack des Jungen für einen vierjährigen super finde (aber das ist nur meine persönliche Meinung), nein, iTunes auf dem Laptop ist für ihn die natürliche Quelle von Musik.

Noch ist er nicht in der Schule. Wenn es so weit ist, wird er sich aber schon intensiv mit dem Internet beschäftigt haben. Laut Wilhelm Scheer, Präsident des Branchenverbands Bitkom, seien 71% der Grundschüler regelmäßig im Internet unterwegs, und bei den elfjährigen seien es praktisch alle ist in einem Artikel auf heise.de zu lesen. Und in einem SPON-Artikel wird die Medienexpertin Claudia Lampert zitiert: „Viele Eltern wissen gar nicht, was ihre Kinder im Netz machen„.

Dieses Problem haben oft nicht nur Eltern, sondern auch Lehrer. Bei diesem Problem setzt Prensky an. Der Wunsch, dass die Digital Natives, sich den Digital Immigrant anpassen sei zwar nachvollziehbar, die Wahrscheinlichkeit, dass dies auch passiere strebe allerdings gegen Null.

„So unless we want to just forget about educating Digital Natives until they grow up and do it themselves, we had better confront this issue. And in so doing we need to reconsider both our methodology and our content. (Quelle)

Bezüglich der Methode empfiehlt Prensky zu allererst die Kommunikation der Lehrer auf die der Studierenden/Schüler umzustellen. Dies solle nicht heißen die Bedeutung von Wichtigem oder vernünftiges Denken zu ändern, „but it does mean going faster, less step-by step, more in parallel, with more random access, among other things.“ (Quelle)

In Sachen Inhalt rät Prensky zu einer nun notwendig gewordenen Unterscheidung zwischen Legacy Content [Legacy = das Erbe] und Future Content.

“Legacy” content includes reading, writing, arithmetic, logical thinking, understanding the writings and ideas of the past, etc – all of our “traditional” curriculum.“ (Quelle) Zwar seien diese Fähigkeiten und Fertigkeiten nach wie vor bedeutsam, aber sie seien eben aus einer anderen Zeit, so dass einzelne möglicherweise gleich bedeutsam bleiben [oder bedeutsamer werden] und andere eventuell an Relevanz einbüßen.

Future Content hingegen, müsse nicht nur „software, hardware, robotics, nanotechnology, genomics, etc.“ beinhalten,  sondern auch „the ethics, politics, sociology, languages and other things that go with them.“ (Quelle) Hier läßt sich übrigens hervoragend der Link zu Debray schlagen.

Aufgabe des Lehrkörpers ist es nun, sowohl den Legacy Content, als auch den Future Content ind der Spache der Digital Natives zu lehren. Aus seinem persönlichem Hintergrund heraus bevorzugt Prensky hierfür Computerspiele, aber auch den Ansatz, dass Schüler/Studenten nur Computer benutzen dürfen, die sie selbst zusammengebaut haben sind vorstellbar.

Wie würdest Du diese Aufgabe lösen?

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~ von evolusin - 2009.August 6.

8 Antworten to “Digital Native”

  1. […] im Wissenserwerb oder in Problemlösungsstrategien stecken kann ist man sich in Bayern wie auch hier im […]

  2. […] Praktische Tips! Ähnlich wie hier schaute eine Freundin Sesamstraßenvideos bei YouTube. Als sie mir dann von Supergrobi berichtete, […]

  3. […] angeboten. Nicht nur Mark Prensky hätte als Befürworter von Computerspielen als Lehrmedium für Digital Natives seine helle Freude daran, sondern man muss einfach auch einsehen, dass es sich bei Spielentwicklung […]

  4. […] um einen Symbionten aus Papier und Digital, doch die Begegnung damit zeigte mir, wie einige der Digital Natives von morgen sich die Welt erschlossen haben – selbständig, neugierig und selbstverständlich mit […]

  5. […] Fällen es noch nie ausprobiert haben. Dem gegenüber müssten dann ja die Digital Natives stehen. Wer aber sind die Digital Natives?  Können sie wirklich schon alles? Zunächst mussten wir erstmal feststellen, dass Digital […]

  6. […] Prenskys Digital Native wird dieser Tage an verschiedenen Stellen diskutiert. Ob Du selber einer bist kannst Du hier herausfinden. […]

  7. […] Prensky führen, der die Begrifflichkeiten von Digital Native und Digital Immigrant entwickelte. Jene Digital Natives sind die Kinder des 21. Jahrhunderts. Prensky denkt seinen pädagogischen Ansatz von Computerspielen her. Was für uns Computerspiele […]

  8. […] war sofort Feuer und Flamme. Sollten die Kinder Marc Prenskys, die Digital Natives, tatsächlich bereits Interviews geben? Während ich Überbleibsel des Mesozoikums mir das Bloggen […]

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