Vorratsdatenspeicherung – Aussagen von Kennern der Materie

Der Chaos Computer Club hat eine Stellungnahme zur Vorratsdatenspeicherung veröffentlicht. In dem 60 seitigen Gutachten weisen die Spezialisten für die digitale Welt auf verschiedene, besorgniserregende Risiken hin. Allein der Umstand, dass die „Durchführung von Überwachungsmaßnahmen […] an Dienstleister ausgelagert [wurde]“ ist vor der Annahme des CCC-Sprechers Frank Rieger, dass „überhaupt kein Grund für die Annahme, dass Telekommunikationsfirmen, Dienstleister oder Behörden in der Lage sind, die im automatisierten Massenbetrieb erlangten Verbindungsdaten der gesamten Bevölkerung sicher zu verwahren“ besteht, alarmierend. Einer dieser Großen Brüder im Überwachungsstaat ist zum Beispiel Nokia Siemens Networks, die maßgeblich die iranische Zensur- und Überachungsbehörde ausgestattet haben. Wer den Vergleich zum iranischen Mullah-Regime für zu extrem hält, der sei auf die alarmierenden Worte Frank Riegers hingewiesen:

„Durch die ungebremste Aufzeichnung der digitalen Spuren wird das Mobiltelefon mehr und mehr zu einer Ortungswanze, sofern dem speicherwütigen Staat nicht Einhalt geboten wird. Sollte die Vorratsdatenspeicherung vor Gericht Bestand haben, bedeutet das praktisch ein Ende der Freiheit unbeobachtet und ungestört zu leben“ (Quelle)

Anlässlich solch mahnender Worte wird gerne aus konservativen Kreisen darauf verwiesen, dass wer nichts zu verbergen habe ja schlieslich auch nichts fürchten müsse. All diesen, ich nenne sie mal „gutgläubigen Menschen“, gebe ich zu bedenken, dass bei der aktuellen Entwicklung unseres Rechtsstaats nicht abzusehen ist, ob morgen nicht schon strafbar ist, was gestern noch legal war.

~ von evolusin - 2009.Juli 8.

2 Antworten to “Vorratsdatenspeicherung – Aussagen von Kennern der Materie”

  1. Den Konservativen halte ich ja gern entgegen, dass auch bald eine Linke die Geschicke dieses Landes lenken könnte und ob sie denn wirklich all die herrlichen und äußerst effektiven Überwachungsinstrumente in deren Hände legen möchten. Ich nicht…

  2. […] Ausweitung einer Überwachungsstruktur einsetzen sollte. So weit wie wir uns das Wünschen ist der Abstand zwischen Teheran und Berlin nämlich auch wieder […]

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