Alles bleibt anders!

„Das Konzept E-Mail ist fast ein halbes Jahrhundert alt.“

Diese Erkenntnis war für das Google-Entwicklerteam Anlass „Eine neue Art der Kommunikation und Online-Zusammenarbeit“ zu entwickeln. Zumindest ist dies die Ansage von Programmierer Lars Rasmussen und seinem Team. (Quelle: SPON) Dabei raus gekommen ist Google-Wave. Eine Oberfläche die verschiedene Anwendungen vereint. Mail, Chat, Texterstellung für mehrere Personen, Filesharing, Schach und weiß der Geier was da noch alles passiert. Irgendwie gab es das ja alls bereits. Mails waren hier schon Thema und Chat wird es noch. Texterstellung für mehrere Personen gibt es auch bereits und nennt sich Etherpad. Filesharing kennt man nicht erst seit Flickr. Und Schach? Tja.

Mit Bing schickt Googles Konkurrent Microsoft eine neue Suchmaske ins rennen, oder wie es bei Spon heißt:

„Mit Bing reagiert Microsoft auf die Fortentwicklungen, mit denen die Konkurrenz von Google und Wolfram Alpha derzeit den Markt aufwirbeln will – die nackte Suchmaschineneingabe, die mehr oder weniger hilfreiche Links auswirft, war gestern. Suchmaschinen werden zu Antwort- oder Entscheidungsmaschinen.“

Über Wolfram Alpha wurde hier ja schon geschrieben.  Antwort- oder Entscheidungsmaschinen; hm. Sicher schadet es nicht verschiedene Recherchemöglichkeiten zu haben. Bing ist nach ersten persönlichen Tests mit Google vergleichbar, wie ich finde netter aufgebaut, aber letzlich nichts neues. Wolfram Alpha hat seine stärke eher im Aufbereien von Daten und weniger in der alltäglichen Recherche.

Was alle aber gemeinsam haben ist, dass Sie eine Revolution, einen Neuanfang oder eine Neudefinition versprechen. Nun kann man nicht gerade sagen, dass sich seit 1992 nichts getan hätte. Vielmehr ist es so, dass nahezu täglich alles anders wird. Klar gibt es Zäsuren, aber ob die oben betrachteten Anwärter dazu taugen diese zu setzen halte ich für fraglich. Stattdessen behaupte ich, dass Werner Sesinks Voraussage für Bildungseinrichtungen, die „sich darauf einstellen müssen, dass sie zu permanenten Baustellen werden. ‚Under construction’ wird keine vorübergehende Behinderung des Betriebs mehr anzeigen, sondern die neue Grundverfassung.“ (Sesink 2006) sich von jeher, oder zumindest recht früh, auf die Anwendung und Entwicklung von Soft- und Hardware übertragen läßt.

Davon ab muss ich gestehen, dass es mir bei dem Begriff  Entscheidungsmaschine schon ein wenig graust. Mag sein, dass es zunehmend schwieriger wird sich mit der Datenflut auseinander zu setzen. Aber trotz aller vermeindlichen Objektivität, die die elektronische Welt haben mag, die ihr zugrunde liegenden Gesetze stammen auch von Menschen, behalte ich mir lieber das Entscheidungsrecht über Auswahl und Wertung von Informationen vor,  und bleibe damit im kantschen Sinne emanzipatorisch.

Neugierig bleiben, die Vorteile von neuem entdecken und nutzen und die Risiken bewusstmachen und zu umgehen suchen – so begann meine digitale Evolution und so wird sie auch weiter gehen.

P.S.: Auch in der Videospielewelt wird alles anders.

~ von evolusin - 2009.Juni 3.

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