Postmodernes Gezwitscher

Der französische Philosoph und Literaturtheorethiker Jean-Francois Lyotard schrieb 1979 in „Das postmoderne Wissen – ein Bericht“:

„Man kann vernünftigerweise annehmen, daß die Vervielfachung der Informationsmaschinen die Zirkulation der Erkenntnisse ebenso betrifft und betreffen wird, wie die Entwicklung der Verkehrsmittel zuerst den Menschen (Transport) und in der Folge die Klänge und Bilder (Medien) betroffen hat.“

Aus heutiger Sicht liest sich dieser Kommentar wie eine Vorwegnahme von Twitter.

Nehmen wir an, dass ein Flugzeug auf dem Hudson in New York notlandet. John Doe twittert dies und vergibt die Tags „NY“ und „Plaincrash“. Nehmen wir weiterhin an, dass 100 Personen den Tweets von John Doe folgen. Außerdem nehmen wir an, dass 50000 Menschen Weltweit das Tag „Plaincrash“ und 50000 Menschen das Tag „NY“ abbonieren. Jetzt wissen also bereits 100100 Menschen weltweit davon – innerhalb weniger Minuten. Nehmen wir weiter an, dass alle diese Menschen auf Retweet klicken. Bei nur fünf Verfolgern pro Person, kommen nun 500500 weitere Personen hinzu. Da möglicherweise einige aber noch weitere Tags vergeben haben, z.B. „Hudson“, „Mirical“ oder „Rescue“, folgen diesen Tags wiederum etliche Menschen, die ihrerseits Retweeten können. Auf diese Weise gelangen Informationen, wenn sie relevanz besitzen, innerhalb kürzester Zeit rund um den Globus.

An dieser Stelle sei auch auf einen Blog hingewiesen, der sich viel mit Twitter in der Bildung beschäftigt.

~ von evolusin - 2009.Mai 11.

4 Antworten to “Postmodernes Gezwitscher”

  1. […] von statten gehen? Fände das ideologische Vorspiel in Foren statt?  Würde das Startsignal über Twitter in wenigen Minuten die Welt umrunden? Würden Hacker die Informationsinfrastruktur lahmlegen? Wie […]

  2. […] Was machen wir? Wir nutzen das web 2.0, wir schreiben in Wikis, wir bloggen und wir twittern! Raum ist bedeutungslos geworden, die Nachhaltigkeit der Nachricht dürfte dafür ebenfalls gen Null streben. Wir haben also eine […]

  3. […] gesellschaftliche und kulturpolitische Herausforderung.” (Quelle) Nach offensichtlicher Lektüre Lyotards kommt er zu dem Schluss, dass Kunst und Kultur sich ebenso verändern wie ihre Verbreitung und […]

  4. […] geweckt hatte. Der Artikel handelte dann aber nicht von innovativen Konzepten mit Smartboard oder Twitter, sondern davon, dass die Autorin beschrieb, wie sie einen Schüler disziplinierte, indem sie vor […]

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