Ich weiß mal was, was Du nicht weißt!

Im Zusammenhang mit dem Informationsangebot des Internet ist die Frage nach dem Wahrheitsgehalt bzw. der Seriosität viel und kontrovers diskutiert. Wer steckt hinter einer Information? Ein größenwahnsinniger Teenager oder ein bescheidener Nobelpreisträger, hatte ersterer einen genialen Geistesblitz oder zweiterer einen kognitiven Komplettausfall, ist der Nachweis der gefundenen These technisch grad nicht umsetzbar oder wurde eine vorliegende Statistik gezielt un eine Richtung beeinflusst?

Auf der Gegenseite wird immer wieder hervorgehoben, dass die digitale Informationsverarbeitung völlig neue Möglichkeiten beinhalte, von denen wir bisher noch nicht einmal alle abschätzen können.

Beide Aspekte scheint folgendes Projekt in sich zu vereinen:

Wolfram Alpha: Keine Suchmaschine, sondern eine Antwortmaschine

„Wolfram Alpha [..] soll es eine Antwortmaschine sein, sagt Stephen Wolfram, der Erfinder des neuen Web-Angebots. Der bezeichnet seine Kreation ganz unbescheiden als „ein neues Paradigma für den Gebrauch von Computern und den des Web“. Sein Ziel: Endlich das Versprechen einlösen, das die Computerpioniere der fünfziger Jahre gegeben haben: Computer sollen künftig selbst die Antworten auf Sachfragen geben. […]

Jetzt will Wolfram die Art und Weise revolutionieren, wie wir im Web nach Antworten suchen. […]

Wenn man Wolfram Alpha als Demonstration sieht, was diese Software mit Daten anstellen könnte, ist das Ergebnis beeindruckend. Die Suchmaschine schafft es tatsächlich, Daten so aufzubereiten, dass ein Informationsgewinn entsteht. […] Wolfram Alpha funktioniert da ganz wunderbar als Informations-Aufbereiter.

Aber das gelingt bei der derzeit verfügbaren Vorabversion nur sehr selten. Wolfram Alpha funktioniert nur dann richtig gut, wenn die angeschlossenen Datenbanken die notwendigen Daten zum Aufbereiten liefern können.[…]

Das könnte man als notwendige Beschränkung entschuldigen – vielleicht ist das ganze Projekt als Demonstration für neue Möglichkeiten der Informationsaufbereitung gedacht. Aber auch in diesem Fall ist es kaum zu erklären, dass Wolfram Alpha in einigen Fällen (in Deutschland verbreite Sprachen zum Beispiel) merkwürdige Ergebnisse ohne konkrete Quellenangabe liefert. Wie soll man einem Informationsaufbereiter vertrauen, der bisweilen Angaben ausspuckt, die man nicht nachvollziehen kann, ohne zu erklären, wie diese Werte eigentlich zustande kommen und aus welchen Quellen die Daten stammen?

Auf dem derzeit sichtbaren Niveau ist Wolfram Alpha eine beeindruckende Demonstration: Mit dieser Software ist viel möglich. Als Such-Werkzeug für den Alltag ist das Angebot hingegen noch unbrauchbar.“

(Quelle: Spiegel Online 07.05.2009)

~ von evolusin - 2009.Mai 7.

Eine Antwort to “Ich weiß mal was, was Du nicht weißt!”

  1. […] Wolfram Alpha wurde hier ja schon geschrieben.  Antwort- oder Entscheidungsmaschinen; hm. Sicher schadet es nicht […]

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