Nach Ende des EduCamps 2010 in Hamburg hatte ich noch eine sehr angenehme Aftercamp-Session mit @SMarten83 und @eStudyskills, die ich hier auch kurz zusammenfassen möchte und die inhaltliche etwas an der “Food 4 the masses?” Session anknüpfte.
Auch hier waren wir der Meinung, dass zunächst Türöffner aus populären und nicht unmittelbar mit Seminarinhalten verbundene Themen eine wichtige Rolle spielen können. Beispiele waren die Protestbewegung im Iran oder die Unibrennt Bewegung. Auch stimmten wir in dem Eindruck überein, dass diejenigen, die Web 2.0-Tools ablehnen in den meisten Fällen es noch nie ausprobiert haben. Dem gegenüber müssten dann ja die Digital Natives stehen. Wer aber sind die Digital Natives? Können sie wirklich schon alles? Zunächst mussten wir erstmal feststellen, dass Digital Natives sich nicht nach Geburtsjahrgang zuordnen lassen (sonst wäre die “Food 4 the masses”-Session auch unnötig), gegenwärtig scheinen die DN vielmehr eine ethnische Minderheit darzustellen.
Daran knüpfte sich auch die Frage, was denn digital in diesem Zusammenhang denn bedeute? Verstünden/beherrschten DN denn Urheberrecht, Datenschutz, Didaktik, etc? Im Umgang mit der Technik ist zwar oft eine hohe Kompetenz zu attestieren, in der Fähigkeit der Reflexion hingegen eher selten. Neben der Aufklärung über geltendes Urheberrecht sollte aber auch die Vorstellung von Creative Commons stehen, im Umgang mit Datenschutz müsse für die Trennlinie zwischen Privat und Öffentlichkeit sensibilisiert werden und klar gemacht werden, dass ein Unterschied zwischen wissenschaftlicher Zitation und einem Quelllink zu einem Youtube-Video besteht. Insgesamt bestehe die Notwendigkeit zu einer neuen Didaktik, zu einem neuen Lehrverständnis. Die Frage könne nicht mehr sein “Wann war der 30 jährige Krieg“, sonder vielmehr müsse die Aufgabe beispielsweise lauten: “Erstellt einen Datenmashup zum 30jährigen Krieg!” Abwägend wurde auch angebracht, dass die Fertigkeit Photoshop zu handhaben halt nicht mit der Fähigkeit der Bildbearbeitung gleichgesetzt werden könne. Wer nicht (zumindest ansatzweise) per Hand zeichnen könne, der produziere auch per Photoshop nichts, was zu gebrauchen wäre.
Ein didaktischer Weg könne vielleicht sein, dass erst vorgemacht wird und man dann nachmachen lasse. Zu bedenken wurde in der Hinsicht allerdings gegeben, dass sich die verwendeten Tools ohnehin ständig ändern, deshalb austauschbar seien und statt dessen eher grundsätzliche Problemlösungsstrategien gelernt werden müssten.Insofern könne auch nur ein Themenbauchladen angeboten werden, aus dem sich die Studierendendann nach belieben bedienen.
In einem Seminar, dessen Teilnahme freiwillig ist, was, wie zugegeben wurde, eine bereitwilligere Beteiligung bedeute, habe es sich bewährt im Hinblick auf die Bewertung die Gesamtheit der Aktivität im Kurs, die Genauigkeit und das Einbringen eigener Ideen dem “Dienst nach Vorschrift” gegenüber zu stellen. Das die daraus folgende Beurteilung vergleichsweise subjektiv sei wurde eingeräumt.
So kann ich dem hier abgebildeten Tweet nur hinzufügen, dass ich nie Zweifel daran hatte, dass Ösis OK sind ![]()
PS: Wenn Ihr Ergänzungen oder Korrekturen habt; immer her damit!












