ERKLÄRUNGSANSATZ VON LERNBEHINDERUNG AUS SICHT DER KRITISCHEN PSYCHOLOGIE (Meine Hausarbeit)

•2009.November 7 • Kommentar schreiben

Unter dem Titel diese Artikels habe ich als Abschluss des Moduls „Behindertenpädagogische Grundlagen“ meine Modulabschlussprüfung in vorm einer Hausarbeit geschrieben. Angeregt wurde ich dazu durch das Seminar „Lernbehinderung als Konstrukt zur Erklärung von Schulversagen“, in dem verschiedene Lerntheorien vorgestellt wurden. Besonders angesprochen fühlte ich mich durch die Lerntheorie Klaus Holzkamps, dem Begründer der Kritischen Psychologie. Hier und dort habe ich ja bereits auf den Entstehungsprozess dieser Hausarbeit hingewiesen, die ich hier nun als PDF zur Verfügung stelle.

Damit setze ich meine hier gestellte Forderung auch selbst in die Tat um.

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung _____________________________________________________ S. 01
2. Lernbehinderung _______________________________________________  S. 02
3. Kritische Psychologie ____________________________________________ S. 03
3.1. Grundlagen der Kritischen Psychologie _____________________________  S. 03
3.2. Die Bezugsebenen der Kritischen Psychologie ________________________  S. 03
4. Lerngründe in der Kritischen Psychologie ____________________________  S. 04
4.1. Von der Handlungsproblematik über die Lernschleife zur Lernproblematik __ S. 05
4.1.1. Verfügungserweiterung ________________________________________ S. 05
4.1.2. Diskrepanzerfahrung __________________________________________ S. 05
5. Lernformen und Lernbehinderung in der Kritischen Psychologie ___________  S. 05
5.1. Frühkindliches Lernen __________________________________________ S. 06
5.2. Expansives Lernen _____________________________________________ S.06
5.2.1. Affinitives Lernen ____________________________________________  S. 07
5.2.2. Definitives Lernen ____________________________________________ S. 07
5.3. Defensives und Widerständiges Lernen ______________________________ S. 08
5.4. Akzidentelles Mitlernen und systematisch, intentionales Lernen ___________S. 08
6. Lehr-Lern-Entsprechung __________________________________________ S. 09
6.1. Rolle und Funktion des Lehrers ____________________________________ S. 10
6.2. Das verdeckte Verhältnis zwischen Institution und Schüler _______________ S. 11
7. Lernbehinderung im Verständnis der Kritischen Psychologie _______________ S. 11
8. Mögliche Auswege aus der institutionell bedingten Lernbehinderung _________ S. 13
8.1. Sternstunden __________________________________________________ S. 13
9. Inhaltliche Widersprüche in der Kritischen Psychologie ___________________ S. 14
10. Kritik am Konzept der Kritischen Psychologie __________________________ S. 15
11. Fazit _________________________________________________________  S. 16
Anlagen
• Literaturverzeichnis
• Mind-Map

Creative Commons License
„ERKLÄRUNGSANSATZ VON LERNBEHINDERUNG AUS SICHT DER KRITISCHEN PSYCHOLOGIE“ von Arne-Christian Beier steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

Nachricht aus Wien an die Studierenden in Deutschland

•2009.November 3 • Kommentar schreiben

Im folgenden findet sich eine Nachricht der Studierende aus Österreich an die Studierenden in Deutschland. Angesichts der Tatsache, dass die Hintergründe mehr als nur Schnittmengen mit denen des Bildungsstreik dieses Sommers haben, ist es klar das ich mich hier solidarisch erkläre. Mehr Infos zur Lage in Österreich gibt es hier von der Quelle.

 

„Link zum PDF. Bitte herunterladen und als Anhang per Mail so schnell wie möglich an so viele Leute wie möglich versenden. Postet den Link wo ihr nur könnt. Danke.

Nachricht aus Wien an die Studierenden in Deutschland (PDF) (Rechtsklick “Ziel Speichern unter” zum herunterladen)

“Liebe Studentinnen und Studenten in Deutschland,

in Österreich sind die Unis besetzt. Wir sehen die Notwendigkeit, euch persönlich darüber zu informieren, was hier im Moment passiert, da in den Medien nicht vermittelt wurde, dass diese Proteste etwas Neues, nie Dagewesenes sind.

Dieser Protest wurde in einer völlig spontanen Solidarisierungs-Demonstration begründet, keine
Studierendenvertretung oder Partei hat diese organisiert, rein aus dem Bewusstwerden der Bildungsproblematik heraus ist er entstanden und gewachsen. Diesen reinen Kern, diesen Motor,
spüren wir hinter Allem, was hier geschieht. Die Studierenden aller Studienrichtungen haben sich
spontan – ohne übergeordnete Organisation – zusammengefunden, um gegen die Studienbedingungen zu protestieren. Das Ausmaß dieser Aktion ist der Beweis dafür, dass es sich um zentrale Anliegen handelt, die alle europäischen Studierenden persönlich betreffen. Wir protestieren, anders als es die Mediendarstellen, zwar auch gegen die Entscheidungen der österreichischen Regierung, aber vor allem sind wir grundsätzlich mit europaweiten Tendenzen wie der Ökonomisierung der Bildung und der
Entdemokratisierung der Bildungsinstitute nicht einverstanden. Dies sind länderübergreifende
Probleme, an deren Lösung wir als Studierende nur dann beteiligt sein werden, wenn auch
europaweit protestiert wird. Der Wille zur Selbstbestimmung der Studierenden und der Lehrenden ist ein zentrales Element dieser Bewegung in Österreich. Deshalb wurden Hörsaäle besetzt, in denen nun lebendige und
konstruktive Diskussionen stattfinden, an denen sich alle Studierenden jederzeit beteiligen können.
Es ist wichtig, dass nicht nur protestiert wird, sondern dass Diskussionsräume jenseits öffentlicher
Institutionen und etablierter Plattformen geschaffen werden. In Österreich ist das bundesländer-übergreifend bereits passiert. Die Diskussionen und Proteste hier werden anhalten und die Studierenden in Österreich warten auf ihre deutschen KommilitonInnen, um gemeinsame Probleme offenlegen zu können.

Am 05. November findet ein internationaler Protestag statt, als Warm-Up für eine Protestwoche
unter dem Motto “Education is not for Sale”. Die Studierenden und SchülerInnen in Österreich
unterstützen diesen Tag mit einer Großdemonstration.

Wir unterstützen jede/jeden einzelnen Studierenden, in Deutschland, in Europa und darüber hinaus,
der mit seinem Bildungsystem unzufrieden ist.

Plenum des besetzten Audimax Wien.“

http://unsereuni.at/
http://www.emancipating-education-for-all.org/”

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StuPa-Wahl Legislatur 2010/2011 Uni-HH

•2009.November 2 • Kommentar schreiben

(via unipanther)

Eingereichte und geloste Kandidaturen:

01. Geisteswissenschaften
02. JuraListe
03. Juso-Hochschulgruppe – Für ein gebührenfreies Studium
04. CampusGrün
05. Campus International
06. St. Pauli-Liste
07. LHG – Liberale Hochschulgruppe
08. Die EPB-Liste – Erziehungswissenschaft, Psychologie, Sport
09. Liste fuer Tierbefreiung
10. STOP-Bertelsmann
11. RCDS
12. Mediziner-Liste + Marburger Bund
13. hisverjus
14. Die Linke.SDS
15. KULTUR CAMPUS INTERNATIONAL
16. Uni P.U.R. Produktiv.Unabhängig.Representativ
17. Regenbogen / Alternative Linke
18. harte zeiten – junge sozialisten & fachschaftsaktive
19. FachschaftsBündnis – Aktive für demokratische und kritische Hochschulen
20. Piraten-Hochschulgruppe
21. Liste LINKS – Offene AusländerInnenliste, Linke Liste, andere Aktive
22. Freiheitliche Liste
23. wiwi-liste

Gewählt wird dann an der Urne vom 11.-15. Januar 2010 oder bereits per Brief im Dezember 2009. Den ganzen Terminplan gibt es hier als PDF.

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Ein Leseverständnistest für Erst- bis Sechstklässler – eine Vorstellung

•2009.November 1 • Kommentar schreiben

Ein Leseverständnistest für Erst- bis Sechstklässler, kurz ELFE 1-6, ist von Wolfgang Lenhard und Wolfgang Schneider, von der Uni-Würzburg entwickelt worden.

Mind-Map ELFE 1-6

  1. Wortverständnis: Einem Bild soll das richtige Wort zugeordnet werden. Die angebotenen Wörter verfügen dabei über die selbe Silbenanzahl und die falschen Antworten sind vom Laut- und Schriftbild der richtigen Antwort möglichst ähnlich. Erfasst wird dabei die Dekodierung, also die Ganzwort Erkennung.
  2. Satzverständnis: In diesem Test wird ein Satz gezeigt, bei dem für eine Auslassung verschiedene Wörter angeboten werden. Diese gehören immer der selben Wortart an und sollen sich nach Möglichkeit wieder in Laut- und Schriftbild ähneln. Die Angebotene Wortart (Substantiv, Verb, Adjektiv, Präposition, Konjunktion) variiert von Satz zu Satz. Erfasst wird mit diesem Test die Fähigkeit zum sinnentnehmenden Lesen, also die syntaktische Fähigkeit.
  3. Textverständnis: Nach einem kurzen Text und einer darauf bezogenen Frage muss die Testperson unter vier Antworten die richtige auswählen. Dafür müssen dem Text Informationen entnommen werden können und Sätze zueinander in Verbindung gesetzt werden. Erfasst wird neben der Informationsentnahme, das Satzübergreifende Lesen (Herstellung anaphorischer Bezüge) und  schlussfolgerndes Denken (Inferenzbildung).
  4. Lesegeschwindigkeit: Beim Test zur Lesegeschwindigkeit werden kurz Vornamen „im Anschluss an einen kurzen Hinweisreiz einzeln für kurze Zeit eingeblendet und nach Ende der Darbietungszeit durch eine Helligkeitsmaske maskiert. Die Auswahlalternativen werden erst mit Beginn der Einblendung eines Namens aktiviert und nach der Antwort wieder gesperrt. Zu jedem vorkommenden Jungennamen existiert im Itempool ein vergleichbarer Mädchennamen, der jeweils über die gleiche Anzahl an Buchstaben verfügt und der dem Jungennamen möglichst ähnlich ist, wie z. B. Katrin – Martin, Ulrich – Ulrike usw.“ (Quelle) Der Test zur Lesegeschwindigkeit kommt nur in der Computerversion vor. Um eine Vergleichbarkeit zur Papierversion zu gewährleisten wird das Ergebnis gesondert ausgewertet und fließt nicht in die Gesamtauswertung mit ein.

Persönlich kann ich mir Schwierigkeiten bei der Vergleichbarkeit von Computer und Paper-Pencil-Test durch die unterschiedliche optische Gestaltung vorstellen.

Satzverständnistest ELFE 1-6 CompterSatzverständnistest ELFE 1-6

Links ist die Computer- und rechts die Papierdarstellung zu sehen. Da Erstere farblich gestaltet ist, während Zweitere schwarz-weiß ist, könnte Farbe zu einem Einflussfaktor werden; sowohl auf der Präferenzebene, als auch im Rahmen von Sinnesbeeinträchtigungen.

Die Erfassung der Lesegeschwindigkeit über das Anbieten und zuordnen von Vornamen auf der Grundlage von Geschlechtlichkeit erscheint mir ebenfalls schwierig. Neben kulturellen und epochalen Unterschieden im Bezug auf Namen, ist auch die optische Gestaltung (siehe Link) nicht zwingend und reproduziert darüber hinaus möglicherweise auch noch stereotype Rollenzuweisungen bzw. Gesellschaftsbilder.

Auch empfiehlt sich in meinen Augen eine Grundsätzliche Skepsis im Bezug auf die Aussagekraft und die Hintergrundmotivation. Der ermittelte „Leistungsstand“ gibt weniger Aufschluss darüber, welchen Lesestand das Kind in seiner persönlichen Entwicklung erreicht hat, sondern wie sich das individuelle Ergebnis im Vergleich zu Kontrollgruppen verhält. Die Bewertung von Kindern nach Normtabellen erscheint mir zumindest diskutabel. Die Bezugsseite für ELFE 1-6, die Testzentrale, bietet darüber Hinaus ein fröhliches Test-Shoppingvergnügen, wo per click-and-buy der richtige Test für das richtige Ergebnis gekauft werden kann. Unter dem Link „Schulfähigkeit“ werden dort immerhin 18 Tests angeboten. Und das, obwohl es zum Beispiel im Hamburger Schulgesetz (PDF) heißt:

„§ 1 Recht auf schulische Bildung

Jeder junge Mensch hat das Recht auf eine seinen Fähigkeiten und Neigungen entsprechende Bildung und Erziehung und ist gehalten, sich nach seinen Möglichkeiten zu bilden. Dies gilt ungeachtet seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen oder einer Behinderung. Das Recht auf schulische Bildung und Erziehung wird durch ein Schulwesen gewährleistet, das nach Maßgabe dieses Gesetzes einzurichten und zu unterhalten ist. Aus dem Recht auf schulische Bildung ergeben sich individuelle Ansprüche, wenn sie nach Voraussetzungen und Inhalt in diesem Gesetz oder aufgrund dieses Gesetzes bestimmt sind.

(Bildquelle der Papiertestbeispiele)

(Bildquelle der Computerbeispiele)

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Offener Brief des AStA an den Senat der Freien und Hansestadt Hamburg zur Sparklausur des Senats

•2009.Oktober 30 • Kommentar schreiben

Der AStA der Universität Hamburg probiert etwas neues und wird politisch. In einem offenen Brief an den Hamburger Senat auf seiner Homepage spricht der AStA das Thema Bildungshaushalt an.

Damit bei der Planung kommender Finanzhaushalte die Bildung nicht endgültig auf der Strecke bleibt, mahnen die „offiziell gewählten Vertreter der Studierenden“ mit vier Punkten nicht endgültig die Zukunft der Hansestadt zu begraben.

38.000 Studierende sowie alle anderen Mitglieder der Universität sind sich einig:
Kürzungen des Etats sowie Unterlassung von weiteren Investitionen haben fatale Folgen für die Zukunft unserer Universität und somit auch für die Zukunft Hamburgs.

Wir fordern Sie auf, keine leeren Versprechungen mehr zu äußern, sondern langfristig zu denken.“ (Quelle)

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Kampf um Seminarplätze! Verdrängung traditioneller Studiengänge an der Uni Hamburg

•2009.Oktober 29 • Kommentar schreiben

Sumo(Foto: Es)

Da ich die im Folgenden beschriebene Situation dieses Semester des öfteren miterleben musste, nehme ich dies zum Anlass einen Gastbeitrag von Julien Behrmann und Ingo Balzereit an dieser Stelle zu posten, den die beiden mir unter dem Titel dieses Artikels zugesandt haben. Von meiner Seite gab es keine Veränderungen oder Kürzungen am Text.

Die erste Woche des Semesters war alle halbe Jahre wieder -nicht nur für uns werdende Pädagogen ein guter Termin: Voller Vorfreude auf ein lehrreiches Semester gingen die Studenten zum Campus um Seminare zu besuchen, die man entweder besonders spannend fand oder, das muss man gestehen, die eben noch abgehakt werden mussten. In den letzten Jahren haben sich diese Erwartungen an die ersten Seminarsitzungen des Semesters geändert. Auch wenn die Vermutung jetzt nahe liegt, möchten wir in diesem Text nicht näher auf den erhöhten Leistungsdruck der verschulten Bachelor Studiengänge eingehen: Einem Leistungsdruck, der aus der Überbürokratisierung der neuen Studiengänge resultiert und aufgrund dessen die Abbrecherquote zu hoch ist. In diesem Text geht es um eine andere Gruppe von Kommilitonen, die ebenfalls erheblich von den Negativauswirkungen des Bolognaprozesses betroffen sind. Eine Gruppe, die ihr Schicksal aufgrund der unhaltbaren Studienbedingungen des BA/MA Systems bis zum Bildungsstreik weitestgehend im Hintergrund ertragen hat. Die im Bachelor Studiengang zugelassenen Kommilitonen sind schließlich noch viel schlimmer dran. Nichtsdestotrotz hat die Verdrängung der „alten“ Studiengänge eine neue Qualität angenommen, die in diesem Text ausgeführt werden soll.

 

Wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt

Es geht um jene Studierende, die vor dem Wintersemester 07/08 an der Uni Hamburg zugelassen wurden: Eine Leidensgemeinschaft, die seit dem genannten Datum Studierende der traditionellen Studiengänge genannt wird. Studierende, die versuchen, ihr Grundstudium abzuschließen oder erste Hauptseminare zu besuchen und vor ihren Kommilitonen der BA-Studiengänge herstudieren. Vor den Bachelor Studierenden herzustudieren bedeutet, die gleichen Seminare wie ihre jüngeren Kommilitonen der BA Studiengänge zu besuchen, ohne jedoch ein Anrecht auf einen Seminarplatz zu haben! Dies äußert sich konkret so, dass BA Studierende bei der Vergabe bevorzugt werden.
Aufgrund der unflexiblen Studienstruktur muss die Uni ihnen einen Seminarplatz garantieren. Staatsexamer, Magister und Diplomer hingegen haben schließlich die „Freiheit“, sich für ein anderes Seminar zu entscheiden oder dies in einem späteren Semester zu belegen.

 

Freiheit als Damoklesschwert

Doch was bedeutet diese „Freiheit“ bei den derzeitigen Zuständen für die Studierenden der traditionellen Studiengänge? Es bleibt nur ein Bruchteil der Seminarplätze für eine Vielzahl von Kommilitonen übrig, nachdem alle Bachelorstudierende versorgt worden sind: Hier wird gelost oder nach Fachsemestern ausgesucht, ggf. werden Tränen vergossen oder es wird anhand der STiNE TeilnehmerInnenliste selektiert. Ein überwiegender Teil der noch Übriggebliebenen fliegt aus dem Seminar und hat die Freiheit, sich eine Alternativveranstaltung zu suchen. Freiheit unter Druck Die Fahndung nach Alternativveranstaltungen läuft meistens ins Leere oder führt zu Überschneidungen. Besonderer Druck wird dadurch aufgebaut, dass die traditionellen Studiengänge an der Fakultät für Erziehungswissenschaft in rund fünf Semestern auslaufen. Dies setzt die Studiererden unter erheblichen Druck, gerade wenn man bedenkt, dass bereits dieser Tage Pflichtveranstaltungen aus kapazitären Gründen nicht länger angeboten werden.

 

Kapazitär unsozial

Der Druck auf die traditionellen Studiengänge ist seitens des BAföG Amtes ohnehin schon hoch. In den traditionellen Studiengängen ist das Grundstudium in vier Semestern abzuschließen um weiterhin gefördert zu werden. Bereits in der Vergangenheit ist dies aufgrund von Überschneidungen nicht möglich gewesen. Viele Unterrichtsfächer mussten von den Studiereden eigenständig unter einen Hut gebracht werden. Wenn nun Veranstaltungen nicht länger angeboten werden und wenn bei der Seminarplatzvergabe die Studierenden der alten und neuen Studiengänge gegeneinander ausgespielt werden, rückt die Erfüllung der Vorgaben des BAföG Amts und dessen Förderung in weite Ferne. Hinzukommend wird eine ungewollte Verlängerung des Studiums mit Studiengebühren bestraft.

 

Sparkurs der Uni Verwaltung

Im April dieses Jahres machten die Studierenden der Fakultät für Erziehungswissenschaft in einer Protestwoche auf die geplanten Kürzungen aufmerksam. Das Präsidium unter der ehemaligen Uni Präsidentin Auwerter Kurtz sah Kürzungen in Höhe von 1,5 Millionen Euro vor. Über die Studierendenproteste berichtete unter anderem taz.de ausführlich. Diese Kürzungen werden zufolge haben, dass die TeilnehmerInnenzahl in den Veranstaltungen erhöht werden könnte oder Vorlesungen Seminare verdrängen, damit die Betreuungsrelation gesenkt wird. Es ist zu befürchten, dass dadurch auch die Betreuungsqualität leidet.

 

Unsere Position

Man sieht, dass sich mit der Umstellung der LehrerInnenbildung in Hamburg neben der übereilten Implementation der Studiengänge weitere Baustellen ergeben, die der chronischen Unterfinanzierung der Universität als Ganzes und der Fakultät für Erziehungswissenschaft geschuldet sind. Es ist nicht hinzunehmen, dass durch die Einsparungen neue und alte Studiengänge gegeneinander ausgespielt werden. Wir fordern eine Ausweitung des Lehrangebots, so dassStudierende der traditionellen Studiengänge ihr Studium in angemessener Zeit absolvieren können und dabei nicht entgegen ihren wissenschaftlichen Interessen in Resteveranstaltungen abgespeist werden. Eine fehlgeleitete Kürzungspolitik verschärft diese Problematik und kann von den Angehörigen der Universität und der Fakultät für Erziehungswissenschaft nicht akzeptiert werden.

Hier noch ein PDF mit einer Auslauftabelle der traditionellen Studiengänge an der Uni-Hamburg.

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Impuls: Kindheit im 21. Jahrhundert? Mediologie & Kunstpädagogik

•2009.Oktober 26 • 2 Kommentare

Die im Titel verwandte Frage muss unweigerlich zu Marc Prensky führen, der die Begrifflichkeiten von Digital Native und Digital Immigrant entwickelte. Jene Digital Natives sind die Kinder des 21. Jahrhunderts. Prensky denkt seinen pädagogischen Ansatz von Computerspielen her. Was für uns Computerspiele waren ist für sie ein Teil ihrer Lebensrealität und so vollziehen sie den Schritt vom Spiel zur Performance und Weltaneignung.

Im 21. Jahrhundert geboren worden zu sein (oder seine Kindheit darin zu bestreiten) bedeutet in der Hypershäre geboren zu sein. Eine Begriff, der auf die Mediospären nach Regis Debray zurückzuführen ist. Vor der Hypersphäre lebten wir in der Videosphäre, davor in der Graphosphäre und zu Beginn in der Logosphäre; oder mit anderen Worten: „Zu Anfang war das Wort“!

Und heute?

Heute agieren die Kinder des 21. Jahrhunderts mit Wörterwolken!

Um Kunst mit den Augen der Mediologie zu untersuchen und die Mediologie unter Kunstpädagogischen Kriterien zu begutachten empfiehlt es sich, sich mit den Publikationen von Torsten Meyer zu befassen. Zum Einstieg empfiehlt sich, der Titel legt es nahe, „Mediologie (in) der Kunstpädagogik“ (.pdf). Dort skizziert er den Wandel vom Status des Bildes durch die Mediosphären von der Reliquie, über das Ikonische Zeichen hin zur Wahrnehmung.

Für die Schule der Video-/Hypersphäre könnte der mediologische Blick bedeuten, dass das Fach, das sich mit dem Phänomen Bild beschäftigt, nicht in erster Linie auf eine Geschichte der Kunst als große, hochkulturelle Erzählung vergangener Zeiten rekurriert, sondern sich wesentlich beschäftigt mit dem „Kontinent“ des Visuellen.“ (Meyer,“Mediologie (in) der Kunstpädagogik“, 2009)

Vertieft wird dieses Thema in „sense&cyber – Kunst, Medien, Pädagogik„, von Claudia Lemke, Torsten Meyer, Stephan Münte-Goussar und Karl-Josef Pazzini, welches  „die Integration neuer Medien-Technologie in die Praxis von Kunstschulen“ erprobt. „An verschiedenen Orten mit individuellen Ansätzen unter unterschiedlichen Bedingungen kreisen Methoden, Konzepte und Inhalte um einen von der Kunst her gedachten Begriff von »Medium« und eröffnen dabei Möglichkeiten, ästhetische Bildung im Kontext »neuer« Medien »neu« zu denken.„ 

Ausführlich wird dieses Thema auch von Meyer in seiner Dissertation“Interfaces, Medien, Bildung – Paradigmen einer pädagogischen Medientheorie“ ergründet, in der er die „Haut“ und den „Inhalt“ des Dargestellten erforscht; mit dem Anspruch eine neue Darstellung für Text zu finden, oder wie der „digitale Klappentext“ es nennt: „HyperText auf Papier – Wissenschaft an der Grenze zur Kunst.

Neben Meyer sind in „kiss – Kultur in Schule und Studium“ (.pdf) auch noch weitere Autoren vertreten.

Studierende der Kunstpädagogik treffen auf Künstlerinnen und Künstler, sie sprechen mit ihnen über Unterricht, erläutern ihre Ideen und kommen mitunter auf ganz neue Gedanken. Und sie erproben das Besprochene in der Praxis. Dabei zeigt sich vielleicht, dass es mehr Reibungen gibt als erwartet, dass die jeweilige (Bildungs-)Institution ihre eigenen Regeln besitzt und Schülerinnen und Schüler ihre eigene Vorstellung von Kunstunterricht haben. Es wird deutlich, dass Theorie der Erprobung in der Praxis bedarf wie umgekehrt jede Praxis eine theoretische Basis braucht.“ (Quelle: kiss)

Kunstpädagogik und Mediologie – zwei Wissenschaften, die im Prozess einer kontinuierlichen Neudefinition die Kinder des 21. Jahrhunderts als Ziel und Ausgangspunkt in ihren Diskurs integrieren müssen um so Schnittmengen und blinde Flecken zu identifizieren. Von dort aus wird sich dann eine neue Wahrnehmung ergeben, eine neue Darstellung von neuen Inhalten ermöglicht.

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„Mitarbeiter der Behindertenhilfe zwischen Paradigmenwechsel und leeren Etats – Der stationäre Wohnbereich schwerstmehrfachbehinderter Menschen im heutigen Sozialstaat“

•2009.Oktober 26 • Kommentar schreiben

Unter dem Titel dieses Artikels habe ich 2003 meine Abschlussfacharbeit an der Fachschule für Heilerziehung in Hamburg Alsterdorf geschrieben.

Für die, die Interesse an dem Thema haben stelle ich sie hier als PDF ein.

Damit setze ich meine hier gestellte Forderung auch selbst in die Tat um.

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„Mitarbeiter der Behindertenhilfe zwischen Paradigmenwechsel und leeren Etats – Der stationäre Wohnbereich schwerstmehrfachbehinderter Menschen im heutigen Sozialstaat“ von Arne-Christian Beier steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

Gebührenfreies Studium

•2009.Oktober 25 • Kommentar schreiben

Nach Hessen und hoffentlich bald auch im Saarland soll nun versucht werden ebenfalls in Hamburg die Studiengebühren zu kippen. Unter der Forderung:

Ich bin für ein gebührenfreies Studium und daher gegen jegliche Studiengebühren, ob allgemeine, nachgelagerte, Langzeit- oder Verwaltungsgebühren. Mit meiner Unterschrift fordere ich daher die Bürgerschaft auf, alle Gebühren aus dem Hamburgischen Hochschulgesetz zu streichen.

werden Unterschriften gesammelt, die noch vor Beginn des Sommersemesters 2010 der Hamburger Bürgerschaft vorgelegt werden, damit diese das Hochschulgesetz dahin gehend ändert.

Unterschriftenlisten zum Ausdrucken, Argumente gegen Studiengebühren und eine Liste der Unterstützer findet sich unter:

www.gebuehrenfreiheit.de

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Bildungsetat mit „demografischer Rendite“

•2009.Oktober 23 • Kommentar schreiben

In den letzten Zügen der Bundestagswahl 2009 fragten sich viele, warum beim TV-Duell der beiden Kanzlerkandidaten das Thema Bildung ausgespart wurde. Möglicherweise war trotzt Wahlplakaten der beiden (Volks)Parteien, die mit Lippenbekenntnissen den Tenor des Bildungsgipfels vom 22. Oktober 2008 in Dresden beschworen, die jüngere Farce des Konjunkturpaketes 2 der Grund für diese Auslassung.

Ein Jahr nach dem Zeit.de Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Gipfels hatte, übertreffen sich die Finanzminister nun selbst beim Thema Bildungsinvestitionen. Dank Wirtschaftskrise sind absolute Ausgaben im Bezug auf das Brutto Inlands Produkt (BIP) als Maßstab automatisch höher. Zusätzlich werden die Zuordnungen in den Bildungsetat neu definiert. Kindergeld für Volljährige, geringere Steuern auf Bücher, Lehrerpensionen und private KITAs sind in der Wahrnehmung der Finanzminister Konferenz (FMK) auch irgendwie Bildungsausgaben. Wenn man dann noch die „demografische Rendite“ [welche ich hiermit offiziell als Unwort des Jahres nominiere] berücksichtigt, was simpel ausgedrückt soviel bedeutet wie, dass wir in diesem Land immer weniger junge Menschen haben und deshalb ja auch nicht so viele Schulen brauchen, hinzunimmt, dann hat man die Bildungsinvestitionen weit über die verabredeten Ziele hinaus erhöht, ohne, dass auch nur ein Euro ausgegeben wurde. (vgl. SPON)

So läßt sich dann auch Ernst Dieter Rossmann, bildungs- und forschungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, auf bildungsklick.de zitieren:

Wer wie die Union und FDP nur auf Bestenauslese, mehr Gebühren und mehr privates Bildungskapital setzt und für die gravierenden sozialen Ungleichheiten im Bildungssystem blind bleibt, verschärft die sozialen Schieflagen nicht nur in der Bildung, sondern in unserer Gesellschaft insgesamt. Vom Bildungsgipfel muss mehr übrig bleiben als leere Versprechen und Taschenspielertricks.

Nun muss es der BRD nur noch gelingen die gesellschaftliche Überalterung voranzutreiben, damit die „demografische Rendite“ sich soweit auszahlt, dass wie überhaupt keine Schulen mehr brauchen und das Geld nutzen können um die Halden der Automobilindustrie leer zu kaufen.

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